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Oststadt Stiftungsfest der Christuskirche mit zahlreichen Gästen / Großer Dank an Renate und Karl Schneider

 

„Mehr als nur Geld“

 

04. Mai 2018
Autor: Sylvia Osthues

 

 


Die Konfirmanden hatte sich bei der Organisation des Festes beteiligt. Sie bekamen einen Ausflug zum Landesbischof in Karlsruhe spendiert. © Hammer

 

Bei strahlendem Sonnenschein hat die Stiftung Christuskirche – Kirche Christi ihr fünftes Stiftungsfest gefeiert. Begrüßt wurden die Gäste am frühen Morgen auf dem Kirchenvorplatz mit den feierlichen Klängen von Trompeten und Posaunen. Der Festgottesdienst wurde traditionsgemäß mit Dekan Ralph Hartmann gefeiert. In seiner Predigt zum Thema „Das Lied vom Leben singen“ hob er jene hervor, die im Glauben an Gott dagegen halten können, wenn der raue Wind des Lebens Menschen in eine Situation bringt, in der sie nicht weiter wissen.

 

"Die von Renate und Karl Schneider vor neun Jahren gegründete Stiftung ist mehr als nur Geld zu sammeln, sie stärkt den Zusammenhalt und knüpft Netzwerke, was die Stiftung auszeichnet, ist die Gemeinschaft“, sagte der Dekan. So durften sich die Konfirmanden, die zum Gelingen des Festes beitrugen, über eine Spende für einen Ausflug zum Landesbischof in Karlsruhe freuen.

 

 „Lobe den Herren“ sang der Kammerchor, der zusammen mit der Sinfonietta Mannheim und Solisten unter der Leitung von Professor Johannes Michel den Gottesdienst mit einem musikalischen Festprogramm umrahmte. Anschließend begrüßte die Vorsitzende des Ältestenkreises, Brigitte Hohlfeld, die zahlreichen Gäste zur fröhlichen Nachfeier auf dem Kirchenvorplatz. „Mit dem Stiftungsfest, das schon zum fünften Mal stattfindet, zeigt das Stifterehepaar Renate und Karl Schneider in großartiger Weise, dass es ihm nicht nur wichtig ist, finanzielle Mittel für unterschiedlichste Aufgaben in der eigenen Gemeinde, für Gemeinden innerhalb der Evangelische Kirche Mannheim und in einzelnen Gemeinden deutschlandweit zur Verfügung zu stellen“, sagte Hohlfeld.

 

Kindergarten singt für Stifter

 

Von genauso großer Bedeutung sei für das Ehepaar Schneider, mit dem jährlichen Fest ein Gemeinschaftserlebnis für Gemeindeglieder und andere Menschen aus Mannheim zu ermöglichen. Sichtbares Zeichen des Dankes an die Stifter sei der Auftritt der Kindergartenkinder mit einem selbstgebastelten Bus und einem Lied, so Hohlfeld. Sie berichtete: Der Christuskindergarten in der Maximilianstraße wird abgerissen und in den nächsten beiden Jahren an gleicher Stelle neu errichtet. Für die Übergangszeit haben die Kinder Container auf den früheren Tennisplätzen neben dem Teehaus im Luisenpark bezogen. Das Ehepaar Schneider sorge nun dafür, dass die Kinder von dort mit einem Bus zur Christuskirche gebracht werden. „Damit der Kontakt zur Gemeinde nicht abreißt“, erklärte Renate Schneider.

 

Sie dankte allen, die dies ermöglichten: dem Festausschuss unter Leitung von Birgit Stegmann, der die zahlreichen Gäste mit Speis und Trank verwöhnte, dem Ältestenkreis, den Kirchendienern, dem Stiftungsvorstand und Stiftungsrat und den Pfarrern der Gemeinde. Ein besonderes Dankeschön ging an das Trompetenquartett des Nationaltheaters unter Leitung von Falk Zimmermann, das für die musikalische Untermalung des Festes sorgte. Nachdem die bunten Luftballons gen Himmel aufgestiegen waren, lud Jörg Rünzler vom Ältestenkreis zur Turmbesteigung ein. Das ließen sich viele der Besucher nicht zweimal sagen.

 

© Mannheimer Morgen, Freitag, 04.05.2018


 


 

 

Oststadt Christuskirche gratuliert ihrem Stifter Karl Schneider mit musikalischer Adventslesung und Torte zum 90. Geburtstag

Glückwünsche im Kerzenschein

Große Torte (v. l.): Birgit Stegmann, Karl Schneider und Christa Krieger.


Große Torte (v. l.): Birgit Stegmann, Karl Schneider und Christa Krieger. © Markus Proßwitz


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Welch romantischer, welch berührender Glanz! Nur von 120 Kerzen und unzähligen Teelichtlein erhellt, präsentiert sich das Gotteshaus am Werderplatz bei den Veranstaltungen „Christuskirche im Kerzenschein“ stets auf eine ganz besondere Weise – aber am Vorabend des dritten Advents glänzte alles noch mehr, geriet das Programm viel festlicher und üppiger als sonst: Zu Ehren von Karl Schneider, langjähriger Vorsitzender der Gemeindeversammlung und großzügiger Stifter, der seinen 90. Geburtstag feierte.

 „Freuet Euch in dem Herrn allewege“, zitierte Pfarrerin Maibritt Gustrau aus dem Philipper-Brief. Mit ihrem Kollegen Stefan Scholpp begründete sie, warum es an diesem Abend ausnahmsweise anders zugehe als sonst – weil er ein besonderes Geschenk sein solle an Karl Schneider. Scholpp würdigte ihn als großen „Freund, Mentor und Förderer“.


 

Kapital erneut aufgestockt

 

Nach langen Jahren aktiver Mitarbeit in der Gemeinde hatten er und seine Frau Renate zu ihrem 50. Hochzeitstag 2008 mit eigenem Vermögen die „Stiftung Christuskirche – Kirche Christi“ gegründet, die inzwischen über ein Kapital von mehr als zwei Millionen Euro verfügt. Gerade zu seinem 90. Geburtstag hat Schneider, ehemals Südzucker-Vorstand und noch im Aufsichtsrat des Gesundheitskonzerns Fresenius aktiv, das Kapital wieder sehr großzügig aufgestockt. Dank der Erträge, der anvertrauten Spenden und Zustiftungen, kann die Stiftung jährlich etwa 50 000 Euro ausschütten – wovon die Christuskirche, ihr Kindergarten und ihre Kirchenmusik ebenso profitieren wie andere evangelische Gemeinden, vom Jungbusch bis zur Vogelstang.

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Aber statt mit langen Reden gratulierte und dankte die Gemeinde Schneider nun auf eine ganz besondere, berührende Weise: So griff Landeskantor Johannes Michel kräftig in die Tasten der – auch durch die Hilfe der Stiftung – fast fertig sanierten Steinmeyer-Orgel, Harfenistin Sophia Marie Schmidt entlockte ihrem Instrument zarte Töne, und Sopranistin Milena Georgieva gratulierte mit ihrer hellen Stimme von der Orgelempore herab.

 

Adventliche Texte lasen ganz besondere Persönlichkeiten – Stadtdekan Ralph Hartmann, sein Vorgänger Günter Eitenmüller sowie mit Rudolf Herrfurth, Heinz-Günter Kämpgen, Gerhard Stegmann und Ingo Strugalla viele langjährige Weggefährten Schneiders aus dem aktiven Einsatz für die Gemeinde.

 

Nach Segensworten des früheren evangelischen Landesbischofs Ulrich Fischer folgte dann die Überraschung für ihn wie für das Publikum auf dem Vorplatz der Kirche: Zu den Klängen des Posaunenchors an der Auferstehungsgemeinde durfte der Jubilar, assistiert von Christa Krieger und Birgit Stegmann, eine riesige Torte – mit dem Bild der Christuskirche darauf – aufschneiden und die Stücke verteilen.


© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 20.12.2017  - Autor: Peter W. Ragge (pwr)


   

 

Christuskirche Siebtes Stiftungsfest gefeiert

Schüler kreieren Spiel zu Luther

Autor: Christian von Stülpnagel


 

Die achte Klasse des Lessinggymnasiums darf sich über den ersten Preis beim Wettbewerb zu Martin Luther freuen. cvs

Ein gelungenes Fest mit gutem Essen und Musik hat die "Stiftung Christuskirche - Kirche Christi" am Wochenende im und vor dem Gotteshaus in der Oststadt gefeiert. Bereits zum siebten Mal hat sich die Stiftung so bei ihren Unterstützern und aktiven Helfern bedankt, ohne die ihre Arbeit nicht möglich wäre. "Es ist die Unterstützung von Spendern und Zustiftern, die uns unsere Projekte realisierbar machen", erklärt Renate Schneider, die zusammen mit ihrem Mann die Stiftung vor acht Jahren gegründet hat und sie noch immer leitet.

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Geld für die Steinmeyer - Orgel

In dieser Zeit hat die Stiftung viele Projekte unterstützt. Zum Beispiel die Kirchenmusik, die ein wichtiger Bestandteil des Kirchenlebens darstellt, oder auch besondere Anschaffungen im Kindergarten der Gemeinde. Das neuste Projekt ist die Sanierung der Steinmeyer-Orgel aus dem Jahre 1911. Die wird zur Zeit generalüberholt. Lederverbindungen zwischen Pfeifen und Blaswerk werden ausgetauscht, damit die Töne nicht ungewollt lange liegenbleiben. Es wird ein neues Register geben und außerdem noch ein ganz neuer Spieltisch eingebaut.

"Die letzte Restaurierung war schlecht durchgeführt, von einigen Pfeifen war ein Stück abgeschnitten worden, so dass die Orgel jetzt etwas zu hoch gestimmt ist. Das soll jetzt behoben werden", erklärt Pfarrer Stefan Scholpp die notwendigen Arbeiten. Die Orgel ist das musikalische Herzstück der Christuskirche. Als größte Denkmalorgel in Baden-Württemberg zieht sie immer wie-der zahlreiche internationalen Organisten an.

AnzeigeDie Kosten der Restaurierung gehen auf die Millionengrenze zu, seien aber durch Großspenden, Unterstützung von Bund und Land sowie durch Spenden aus der Bevölkerung so gut wie gedeckt, heißt es von den Verantwortlichen. "Die Hilfe aus dem Stadtteil zeigt, wie wichtig die Kirchenmusik den Leuten hier ist", freut sich Pfarrer Scholpp über die zahlreichen Zuwendungen.

Ebenfalls von der Stiftung ins Leben gerufen ist ein Wettbewerb anlässlich der Feiern zu 500 Jahre

Reformation und zum Luther-Jubiläum. Gymnasien aus der gesamten Region waren aufgefordert worden, sich Gedanken darüber zu machen, was Martin Luther in der heutigen Zeit kritisieren würde. Beim Stiftungsfest am Wochenende wurden nun fünf Projekte ausgezeichnet. Dabei war unter anderem ein Internetauftritt, in dem die Fragen thematisiert wurden, und ein Fotocomic zum Thema Flüchtlinge und Luthers mögliche Haltung dazu.


Lebensstationen des Reformators

Den Wettbewerb gewonnen hat die achte Klasse des Lessinggymnasiums, die auf Basis des Spiels Quedo das Spiel Luthedo entwickelt hat, in dem man sich mit dem Leben Luthers sowie seinen Lebensstationen auseinandersetzt.

Mannheimer Morgen, Montag, 15.05.2017

 

 


 

Klangvolles Geburtstagsgeschenk in der Christuskirche

 

 

Eine "Stunde der Freude, Dankbarkeit und Besinnung" - so bezeichnete es Pfarrer Stefan Scholpp: das "Musikalische Geburtstagsgeschenk". Die von Karl und Renate Schneider ins Leben gerufene "Stiftung Christuskirche - Kirche Christi" hatte dazu eingeladen. Sie bereitete Traudl Engelhorn zu ihrem 90., aber auch vielen weiteren Zuhörern ein besonderes Klangerlebnis.

Sowohl Sopranistin Sarah Traubel - Tochter von jenem Kunstschmied, der den Engel auf der Christuskirche so schön vergoldete - als auch Sopranistin Sabine Goetz stimmten auf die große Gönnerin der Christuskirche ein "Halleluja" an. Scholpp würdigte voller Dankbarkeit ihre Entscheidungsfreude und Gestaltungskraft, zugleich aber die stets zurückgezogene Bescheidenheit der in der Schweiz lebenden Stifterin, bis zum Verkauf an Roche Mitgesellschafterin von Boehringer Mannheim. Sie habe "Mannheim ins Herz geschlossen" und wisse, "dass wir Erfolg und Glück nicht allein eigener Leistung, sondern auch der Gnade Gottes verdanken".

Zu Werken von Bach, Mozart und Debussy dirigierte Landeskantor Johannes Michel die Musiker der Sinfonietta Mannheim. Sie wurden solistisch verstärkt von Trompeter Falk Zimmermann und der jungen Harfenistin Sophia Marie Schmidt mit besonderen Engelsklängen. Kantorin Anna Linß saß an der Orgel. (Peter W. Ragge)

© Mannheimer Morgen, Montag, 23.01.2017

 


 

Geburtstag: Traudl Engelhorn wird 90 / Konzert in der von ihr geförderten Christuskirche zu ihren Ehren / Einsatz für Reiss-Engelhorn-Museen

Große Stifterin, doch stets still und bescheiden

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge


 

 


Traudl Engelhorn lebt in der Schweiz, hilft aber sehr oft in Mannheim.

© Prosswitz

 

Es wird für sie am Samstag um 18 Uhr in der Christuskirche eigens ein besonderes, öffentliches Konzert geben. Gedacht ist es als "Festliches musikalisches Geburtstagsgeschenk". Denn heute feiert Traudl Engelhorn, die stets bescheiden und zurückhaltend auftretende, vielfältig engagierte Stifterin und Gönnerin, ihren 90. Geburtstag. Die Christuskirche wie das Kulturleben haben ihr sehr viel zu verdanken.

 

Der Ort des Konzerts ist mit Bedacht gewählt. Traudl Engelhorn war es, die mit einer Großspende von 400 000 Euro den Grundstein gelegt hat, die - doppelt so teure - Rettung der Steinmeyer-Orgel überhaupt erst angehen zu können.

 

Geboren in Wien, hatte sie 1955 in der dortigen Evangelischen Pfarrkirche in der Dorotheengasse Peter Engelhorn geheiratet, Vetter des langjährigen Boehringer-Mannheim-Chefs Curt Engelhorn. Seit Peter Engelhorn 1991 in Montreux starb, zog sich Traudl Engelhorn noch mehr als zuvor schon aus der Öffentlichkeit zurück. Sie lebt in der Schweiz. Dort gilt die frühere Mitgesellschafterin von Boehringer als eine der reichsten Frauen. Mannheim blieb sie stets sehr eng und in herzlicher Dankbarkeit verbunden - besonders der Christuskirche. Hier erlebten ihre vier in Mannheim geborenen Töchter Taufe, Konfirmation und Hochzeit, hier ist sie immer mal wieder gerne Gast bei der "Christuskirche im Kerzenschein" im Advent.

 

In ihrer Villa in der Werderstraße hatte die Familie glückliche Jahre erlebt, im langjährigen Pfarrer Fritz Lang einen engen Freund gefunden. Wohl deshalb war Traudl Engelhorn die erste Zustifterin der vom Ehepaar Renate und Karl Schneider initiierten "Stiftung Christuskirche - Kirche Christi". Ob die gerade begonnenen Jahrhundertreparatur der Orgel, zuvor bei der Beleuchtung der Kirchenkuppel mit dem goldenen Erzengel Michael und bei der Finanzierung des Pfarrvikariats - stets war und ist Traudl Engelhorn bereit, ihre alte Gemeinde zu unterstützen.

 

Sportzentrum ermöglicht

 

Doch nicht allein die Kirche der Oststadt bedenkt sie regelmäßig. Das moderne Sportzentrum des TSV 1846 am Fernmeldeturm wäre ohne die Mäzenin ein Traum geblieben.

 

Den von ihrem Mann gegründeten Verein "PE-Förderungen für Studierende der Musik", der hochbegabte junge Musiker individuell fördert und jährlich einmal bei einem exklusiven, hochkarätigen Konzert im Zeughaus präsentiert, finanziert sie weiter großzügig. Auch die von ihr und ihrem Ehemann mit viel Liebe und Leidenschaft gesammelten kunstvollen Glasskulpturen waren bereits in den Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen - wodurch der Kontakt zu dem Haus noch enger wurde.

 

Das führte dazu, dass Traudl Engelhorn 2013 selbst zur noblen Stifterin für das Museum wurde. In Gedenken an ihren verstorbenen Ehemann - einst Mitbegründer des Fördererkreises des Museums - rief sie die "Brombeeren-Stiftung" ins Leben und stattete sie mit einem Kapital von 20 Millionen Euro aus.

 

Die höchst erfolgreiche Ägypten-Sonderschau, die schon über 150 000 Besucher anzog, wäre ohne dieses Engagement nie möglich gewesen. Auch über die Brombeeren-Stiftung hinaus zeigte sich Traudl Engelhorn schon mehrfach sehr großzügig. Als sie entdeckte, dass ein edles Kaffee- und Teeservice aus Frankenthaler Porzellan, das nachweislich Kurfürst Carl Theodor benutzt hat, im Kunsthandel auftauchte, erwarb sie es spontan für das Museum - und wird nun auch eine Veröffentlichung darüber ermöglichen.

 

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 19.01.2017


 


 

Große Gönnerin zieht alle Register

 

CHRISTUSKIRCHE: Traudl Engelhorn spendet 400000 Euro / Fundament für Sanierung der Orgel / Stiftung als Stütze der Gemeinde

 


Fundament für Sanierung gelegt: v. l. Pfarrer Scholpp, Kantorin Anna Linß, Stiftungsratsvorsitzende Renate Schneider, Landeskantor Michel. © Prosswitz

 

"Geradezu überwältigend" fand Dr. Karl Schneider das, was er jetzt erfuhr: Wenn die von ihm gegründete "Stiftung Christuskirche" am Sonntag ihr sechsjähriges Bestehen begeht, dann hat sie besonderen Grund zum Feiern: Die erste Zustifterin, Traudl Engelhorn, sagte eine Großspende von 400 000 Euro speziell für die Sanierung der Orgel der Christuskirche zu.

 

"Sie hat damit den Grundstein gelegt, das Werk in Gang zu setzen und bis zum Lutherjahr 2017 zu vollenden", freut sich Schneider, in Mannheim als ehemaliger Vorstandssprecher von Südzucker (1982 bis 1993) bekannt. Seine Frau Renate Schneider spricht vom "Fundament", das nun gesichert sei und die Rettung der Steinmeyer-Orgel, die in den vergangenen Wochen viel Anteilnahme aus ganz Mannheim erfahren habe, ermögliche.

 

"Das Mannheimer Wundwerk", schrieb der Leipziger Komponist Sigfrid Karg-Elert über die älteste und größte der drei Orgeln der Christuskirche. Sie ist mit 96 Registern auf vier Manualen und Pedal sowie 7869 klingenden Pfeifen die größte Denkmalorgel Baden-Württembergs und eine der wenigen großen Konzertorgeln der Spätromantik, die beide Weltkriege fast unversehrt überstanden hat. Doch nun droht ihr die Stilllegung, weil die - teils noch von 1911, teils von 1934 stammenden - elektrischen Verkabelungen heute nicht mehr zulässig sind. Auch die Pneumatik ist kaputt, eine komplette Sanierung unvermeidlich.

Die Christuskirche hat daher im Januar die Kampagne "Rettet das Mannheimer Wunderwerk" gestartet, zahlreiche Benefizveranstaltungen initiiert. Zugleich wurden vier Angebote eingeholt. Sie ergaben, dass die Sanierung mindestens 850 000 Euro kosten wird, wovon die Badische Landeskirche und die Pfarrgemeinde aber nur 150 000 Euro aufbringen können. Die Stiftung Christuskirche sagte gleich zu, sich hier zu engagieren - und Traudl Engelhorn (Bild) wandte sich dann an das Stifterehepaar Schneider, um einen großzügigen, ganz maßgeblichen Beitrag dazu zu leisten. Sie war lange Mitgesellschafterin der Pharmafirma Boehringer Mannheim, ist auch eine große Gönnerin der Reiss-Engelhorn-Museen. "Sie sieht ihre Zuwendung als Dank an ihr Mannheimer Gotteshaus, in dem ihre Kinder Taufe, Konfirmation und Hochzeit erleben durften", so Dr. Karl Schneider nach einem Gespräch mit ihr.

 

Durch den im März verstorbenen Pfarrer Lang, dem sie beim letztjährigen Adventsabend "Christuskirche im Kerzenschein" noch einmal begegnet war, habe sie eine lange seelsorgerliche Begleitung erfahren. Das sei der Anstoß für die großherzige Spende, so Schneider, mit der sich Traudl Engelhorn "erneut als große Wohltäterin der Christuskirche erwies".

 

"Das ist wirklich ein ganz großes Geschenk für uns", freut sich Pfarrer Stefan Scholpp. Nehme man die anderen Spenden und die Einnahmen aus Benefizveranstaltungen dazu, seien von den 850 000 Euro Gesamtkosten nun fast 600 000 Euro abgedeckt. "Das macht uns Mut, dass sich auch noch für den restlichen Betrag Gönner finden", so Scholpp. Schließlich gebe es über die große Spende für die Orgel hinaus in der Gemeinde eine "erstaunliche, unglaublich große Verantwortungsbereitschaft". Die Stiftung habe sich zu einer "enormen Stütze unserer Christuskirche und darüber hinaus entwickelt", so der Pfarrer dankbar: "Wir kommen nicht nur in den Genuss von Geld, sondern es gehen von der Stiftung auch zahlreiche Impulse aus, die bereichernd sind!"

 

Von der Kirchenmusik über die Leuchtstelen auf dem Vorplatz, die Außenbeleuchtung des prachtvollen Baus, die Ausstellung "100 Jahre Christuskirche" in den Reiss-Engelhorn-Museen, die Sanierung des Glockenstuhls, den jährlichen Weihnachtsbaum oder Ausgaben für den Kindergarten - ein Großteil der Stiftungsgelder fließt in die Gemeinde. "Wir wollen identitätsfördernd wirken, den Zusammenhalt stärken und Beiträge leisten, damit die Christuskirche unter dem goldenen Engel ein Leuchtturm für unsere Stadt und darüber hinaus bleiben kann", so Dr. Karl Schneider. Aber auch in das Kinder- und Jugendhospiz Clara, in die Neckarstadt, die Posaunenchöre und den Hochseilgaren flossen schon Mittel, seit Gründung der Stiftung insgesamt 208 743,25 Euro.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 29.04.2015 von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

 


 

 

Helfen weit über Kirche hinaus

Oststadt: Stiftung „Christuskirche – Kirche Christi“ feiert ihr fünfjähriges Bestehen mit einem Fest

Oben auf der Kuppelspitze glänzt, weithin sichtbar, der goldene Erzengel Michael mit seiner Trompete. So manchen Bürger hatte es früher gestört, dass der Engel nachts nicht beleuchtet wurde. Es war Traudl Engelhorn, die daraufhin einen höheren Geldbetrag gespendet hat, um der Christuskirche vier moderne Scheinwerfer-Stelen installieren zu lassen, die vom Boden aus bei Dunkelheit ihr illuminierendes Licht hoch auf die Engelsfigur werfen. Dieses Projekt war eine der ersten Handlungen der neu gegründeten Stiftung von Renate und Dr. Karl Schneider aus der Oststadt. Mit einem Festgottesdienst in der Christuskirche und anschließendem Umtrunk auf dem Vorplatz feierte nun die Gemeinde das fünfjährige Bestehens der Stiftung.

Eigens Gläser geprägt

 

"Vertrauen ist etwas, das an Freundschaft grenzt", erklärte Renate Schneider, die Leiterin des Stiftungsrates, hinter einem Rednerpult auf dem Vorplatz der Christuskirche. In ihrer Ansprache bedankte sie sich bei allen bisherigen Spendern und Zustiftern für die erbrachten finanziellen Aufwendungen. Traudl Engelhorn war die erste Zustifterin. Auf dem Stiftungsfest ließen kleine Kinder bunte Heliumballons in den sommerlich blauen Himmel steigen. Ein riesiges kaltes Büfett mit Frikadellen- und Käsespießen sowie Würstchen breitete sich unter freiem Himmel auf weiß gedeckten Tischen aus. Dazu schenkte das Regio-Catering-Team grüne Waldmeisterbowle in eigens dafür geprägten Christuskirchen-Gläser aus - welche die zahlreichen Besucher am Ende als Erinnerung an das Stiftungsfest mit nach Hause nehmen durften. Im Hintergrund sorgte ein Blechbläserquartett des Nationaltheaters für den dezenten musikalischen Rahmen.

Im vorangegangenen Festgottesdienst intonierten der Mannheimer Kammerchor und die Sinfonietta Stücke wie "Ich hatte viel Bekümmernis" von Johann Sebastian Bach, "Singet dem Herrn ein neues Lied" von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Bachs "Das Lamm, das erwürget ist", unter Leitung von Kantor Johannes Kruse und Kirchenmusikdirektor Professor Johannes Michel. Ebenso trug ein Chor des Christuskindergartens ein Ständchen vor. In seiner Festpredigt äußerte Stadtdekan Ralph Hartmann einige Gedanken zu den Themen Gottes Besitz und Materialismus. "Wir haben diese Stiftung damals Mitte 2009 aus Anlass unseres 50-jährigen Hochzeitstages gegründet", erinnerte sich Vorsitzender Dr. Karl Schneider. Die Stiftung des Ehepaars Schneider kümmert sich jedoch nicht bloß um Belange rund um die Christuskirche. Die Stiftung fördert allgemein über die Kirche hinaus, was sich sogar im Namen niederschlägt: Voll ausgeschrieben heißt diese nämlich "Stiftung Christuskirche - Kirche Christi". Ihr steht ein siebenköpfiger Stiftungsrat vor, unter Leitung von Renate Schneider und Landesbischof Dr. Ulrich Fischer. Ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist die Unterstützung der Kirchenmusik. Doch die Stiftung greift viel weiter. "Dort helfen, wo Hilfe notwendig ist", betonte Dr. Karl Schneider: In einem Zusammenspiel aus kulturellen und diakonischen Projekten.

Zwei wichtige Pfeiler innerhalb der Stiftungsarbeit seien außerdem die Kinder- und Jugendarbeit und der Gemeindeaufbau. Über mögliche Projekte entscheiden der Stiftungsrat und der dreiköpfige Vorstand.

© Mannheimer Morgen (Christian Hofmann) 28. Mai 2014


Dankbarkeit als Anstoß zu neuer Stiftung

Kirche: Ehemaliger Südzucker-Vorstand Karl Schneider und seine Frau wollen nicht nur ihrer Gemeinde nachhaltig helfen

 

Die Idee haben sie an ihrem 50. Hochzeitstag geboren und dann gleich realisiert: Das Ehepaar Renate und Dr. Karl Schneider aus der Oststadt rief die "Stiftung Christuskirche - Kirche Christi" ins Leben und stattete sie mit einem ansehnlichen Vermögen aus. Nach einem Jahr Arbeit in aller Stille tritt sie nun, mit dem am Sonntag im Gottesdienst erscheinenden Gemeindebrief, erstmals an die Öffentlichkeit und wirbt gleichzeitig um weitere Zustiftungen - wovon Traudel Engelhorn gleich die erste zusagte.

 

"Der Stadt etwas zurückgeben"

 

"Dankbarkeit für 50 Jahre Gottes Geleit" - so begründet Dr. Karl Schneider, in Mannheim als ehemaliger Vorstandssprecher von Südzucker (1982 bis 1993) bekannt, die Stiftungsgründung. "Es ist privates Geld, das wir auch anders ausgeben könnten", ergänzt seine Frau, "aber es geht uns gut, wir haben uns etwas aufgebaut, haben etwas angespart, und möchten der Gesellschaft und der Stadt, die uns eine Heimat geworden sind, etwas zurückgeben", nennt Renate Schneider ihr Motiv.Dabei waren ihre Eltern aus der Kirche ausgetreten. Der Vater fiel im Krieg, und nach 1945 habe sie mit ihrer Mutter auf einem unbeheizten Heuboden in der Nähe von Fulda gewohnt und es "sehr, sehr schwer gehabt". Aber dann war da die Kirche, die ihr Heimat, die ihr Geborgenheit bot. Sie ging zur Konformation, und der damalige Pfarrer, "der hat uns aufgefangen - es gab ja sonst nichts."Diese bittere Zeit prägte sie ebenso wie ihren Mann. Als kleiner Junge war er, in der Nähe von Hannover aufwachsend, mit dem Sohn eines Pfarrers befreundet und daher oft in einem Pfarrhaus zu Gast. 1945 sollte er, gerade mal Seekadett geworden, mit dem letzten Aufgebot Berlin verteidigen, kam aber durch glückliche Fügung mit dem Leben davon, einige Jahre später wurde er von einer schweren Krankheit völlig geheilt: "Das sind prägende Eindrücke!"

Dann kam das Jahr 1982. Zuvor Direktor der Zuckerfabrik im fränkischen Ochsenfurt, wurde Schneider nach Mannheim in den Südzucker-Vorstand berufen, erlebte erstmals den Weihnachtsgottesdienst in der Christuskirche - und der hat ihn überwältigt: "Das war fast ein Erweckungserlebnis", gesteht er.

 

Ausstellung zum Jubiläum

 

Seither engagiert sich das Ehepaar für die Christurkirche. Er führte 15 Jahre den Vorsitz der Gemeindeversammlung und leitet den Förderkreis, über den die Gemeinde eine Vikarstelle selbst finanziert. Renate Schneider, die sich schon in Ochsenfurt in der Gemeinde einbrachte und dazu sogar eigens ein Fernstudium in Erwachsenen- und Altenbildung absolvierte, rief in der Oststadt einen Seniorengesprächskreis ins Leben, gehörte vier Amtsperioden lang dem Ältestenkreis an, war mit Wegbereiterin des Bildungszentrums Sanctclara und gab über den Gottesdienstausschuss viele neue Impulse.

Die eigene Goldene Hochzeit und das bevorstehende Jubiläum "100 Jahre Christuskirche" gaben den Anstoß, der Gemeinde über eine Stiftung nachhaltig zu helfen. "Wir wollen einen Beitrag leisten, dass dieses Jubiläum ein Fest des Dankes für die Bewahrung in schwerer Zeit, die Freude über eine lebendige Gemeinde wird und Zuversicht für das neue Jahrhundert verheißt", so Dr. Karl Schneider, dessen besondere Herzensangelegenheit eine Ausstellung "100 Jahre Christuskirche" in den Reiss-Engelhorn-Museen ist. "Aber wir wollen über die Kuppel der Christuskirche hinaus wirken", hebt Renate Schneider hervor. Zwar profitierte bisher überwiegend die Christuskirche, von der Kirchenmusik über eine neue Küche für den Kindergarten bis zu neuen Silbertellern für das Abendmahl.

 

Hilfe auch im Jungbusch

 

Aber die Stiftung gab auch Geldspitzen für die ökumenische Hospizarbeit und das Arbeitslosenzentrum, finanziert im katholischen Kindergarten St. Alfons im Jungbusch das Mittagessen mit. Dabei ist dem Ehepaar wichtig, nicht einfach nur Geld zu geben, sondern sich die Projekte anzusehen und sie zu begleiten. "Es ist auch schön, im Alter noch so eine Aufgabe zu haben", so Renate Schneider. Sie hofft nun nur noch auf weitere Zustiftungen, "denn man kannnoch so viel Gutes tun!"

 

© Mannheimer Morgen 25. September 2010 von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

 

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